Prof. Dr. Ulrich Bartmann

Veröffentlicht in Lauftherapie Wegbereiter Förderer

Zwei Ereignisse machen das Jahr 2013 für Prof. Dr. Ulrich Bartmann bedeutsam: Zum einen das nunmehr zehnjährige Bestehen seiner Weiterbildung zur/zum Lauftherapeutin/en (dgvt), zum anderen seine Emeritierung. Nachdem er am 6. Juli 2013 seine Abschiedsvorlesung an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt gehalten hatte, wurde ihm u. a. ein "goldener" Laufschuh überreicht. Hinweis darauf, wie er in seinem Engagement in der Lauftherapie wahrgenommen wurde. In Workshops ("Joggen als behaviorales Bewegungsprogramm") hat er zahlreiche Studenten zum Laufen gebracht, nicht wenige befassten sich später in ihren Diplomarbeiten mit Themen der Lauftherapie, einige Zusammenfassungen davon wurden veröffentlicht. 

Ulrich Bartmann selbst kam, wie er ausführt, zum Laufen, "als ich - selbst bereits Mitte 30 - in einer Fachzeitschrift einen Artikel des Inhalts las, dass mit Hilfe des langsamen Dauerlaufs Ängste von Alkoholkranken objektiv nachweisbar abgebaut worden seien (Weber, 1984). Meine Reaktion war die eines typischen Nichtläufers - die Ergebnisse kamen mir kaum glaubhaft vor. Als Verhaltenstherapeut hatte ich bereits ausgiebige Erfahrungen in der Therapie von Angstzuständen und Laufen gehörte nicht zu den mir bekannten Methoden. Erst das systematische Durchforsten der diesbezüglichen wissenschaftlichen Literatur überzeugte mich. 'Heimlich' machte ich im Urlaub meine ersten Lauferfahrungen ohne Leistungsdruck und wurde zum begeisterten Läufer" (U. Bartmann, 2005, 11). 

In der Folge führte er im Rahmen seiner Tätigkeit in einer psychiatrischen Klinik das "therapeutische Joggen" ein. Die weiteren Stationen: 1988 Promotion unter Prof. Dr. Alexander Weber, in der er die positiven Effekte des langsamen Dauerlaufs an Personen nachwies, die den Krankenpflegeberuf erlernten (Bartmann, 1989); 1988 Mitgründung des Zentrums für Lauftherapie/ZfL, bis 1999 Dozent für Psychologie am ZfL bzw. DLZ, zahlreiche Publikationen zur Lauftherapie" (Verband der Lauftherapeuten). 

Insbesondere sein Buch "Laufen und Joggen für die Psyche" (2001) gehört zu den Standardwerken der Lauftherapie, es ging bereits in die 5. Auflage. Mit der Reihe "Fortschritte in Lauftherapie", zu der bislang 3 Bände (2007, 2009, 2011) vorliegen, betreibt er themenspezifisch Aufarbeitung des empirischen Kenntnisstandes und stellt neuere Untersuchungen dazu vor. Einzelne seiner Arbeiten wurden in englischer und italienischer Sprache herausgegeben. 

Im Sommer 2003 eröffnete Prof. Bartmann, studierter Psychologe (Marburg, Düsseldorf) und Pädagoge (Paderborn), Psychologischer Psychotherapeut und anerkannter Supervisor für Verhaltenstherapie, in Würzburg einen ca. einjährigen berufsbegleitenden Weiterbildungslehrgang zur/zum Lauftherapeutin/en, der unter der Trägerschaft der Deutschen Gesellschaft für Verhaltenstherapie (dgvt) steht. "Der theoretische Teil des (...) Lehrgangs findet in der Kümmert Akademie in der Sedanstraße statt, das praktische Laufen am nahe gelegenen Mainufer. - Die Weiterbildung ist wissenschaftlich fundiert und verhaltenstherapeutisch ausgerichtet. (...) Dieses Angebot richtet sich an MitarbeiterInnen psychosozialer Berufe wie zum Beispiel SozialpädagogenInnen, ErzieherInnen, ÄrztInnen, PsychologInnen. (...) Für die PsychologInnen und ÄrztInnen besteht der zusätzliche Vorteil, dass diese Weiterbildung von der bayerischen Psychotherapeutenkammer zertifiziert ist und dazu beiträgt, die nötigen Fortbildungspunkte im Rahmen der Weiterbildungsverpflichtung zu bekommen" (V. Bartmann, 2009, 119). Ein Abschlusszertifikat der dgvt bescheinigt die erfolgreiche Teilnahme an der Weiterbildung zur/zum Lauftherapeutin/Lauftherapeuten (dgvt). Der Jubiläumskurs 10 startete im März d. J. und endet im November desselben. 

Prof. Dr. Bartmann ist Mitorganisator des wissenschaftlichen Symposiums zum Würzburg-Marathon. Er hält Vorträge und veranstaltet Workshops zur Lauftherapie auf Fachtagen. Für den Verband der Lauftherapeuten (VDL) trat er bei der VDL-Sommerakademie 2012 auf. Hier wie dort macht er deutlich: "Laufen setzt eine Positivspirale in Gang."


Verwendete Literatur

 

 

 

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