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Lauftherapie für Kinder und Jugendliche

Bewegungsmangel ist keine Frage des Alters. Immer mehr Kinder und Jugendliche verbringen frei- oder unfreiwillig ihre Zeit im Sitzen – mit den allseits bekannten Folgen. Kinderärzte und –psychologen schlagen Alarm: Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen, Störungen und Erkrankungen im körperlichen und seelischen Bereich nehmen deutlich zu. Sie führen direkt in die sog. Zivilisationskrankheiten des Erwachsenenalters.

Frühzeitig ausgeübte ausdauernde Bewegung kann Gesundheit erhalten, fördern und wiederherstellen. Dies gilt ganz besonders für den langsamen Dauerlauf. Behutsam an ihn herangeführt können selbst übergewichtige Kinder und Jugendliche rasche Leistungsfortschritte erzielen, mithin einen Sinn für Selbstwirksamkeit und Erfolg entwickeln. Lauftherapie setzt an dieser Stärke der Kinder – bereits im beginnenden Grundschulalter haben sie einen Großteil ihres möglichen entwicklungsbedingten Endwertes der motorischen Ausdauerleistungsfähigkeit erreicht – an; die läuferische Befähigung wird zum Ausgangspunkt und Mittel zielgerichteter Förderung.

Aus medizinischer Sicht ist Dauerlaufen – soweit eingebunden in eine ganzheitliche Betreuung – gut bzw. besonders gut geeignet bei inneren Erkrankungen und Funktionsstörungen wie Stoffwechselstörungen, Fettstoffwechselstörungen, Adipositas, Herzkreislaufschwäche, funktionelle Herzkreislaufstörungen, Herzkreislauferkrankungen und Atemwegserkrankungen, aber auch bei funktionellen Störungen des Bewegungsapparates. Psychologische Untersuchungen an laufenden Kindern und Jugendlichen zeigen Verbesserungen in der körperlich-seelischen Befindlichkeit, des Selbstbildes und dem leistungsbezogenen Handeln, analog dazu eine Reduzierung von Lernstörungen, Ängsten und Depressionen, Hyperaktivität und Stereotypien. Nicht zuletzt lassen sich im Einflussbereich der Laufgruppe prosoziale Einstellungen und Verhaltensweisen aufbauen und verstärken.

In der genannten Breite und Tiefe der erzielbaren Wirkungen braucht die Lauftherapie den Vergleich mit anderen, im weitesten Sinne körper- und psychotherapeutischen Interventionen nicht zu scheuen. Doch wie begeistert man buy-trusted-tablets.com Kinder und Jugendliche für ausdauerndes Laufen? Indem es individuell dosiert und kontrolliert – Stichwort: Vermeidung von Über- und Unterforderung – sowie kind- und jugendlichengerecht angewendet wird, vorrangig abwechslungsreich und interessant. Hierzu empfiehlt es sich, die Vielzahl an Formen, wie Laufen betrieben, und die Vielfalt an Aufgaben, die mit ihm verbunden werden können, zu nutzen. Nicht nur als psychologische Anreize, sondern als Lerngelegenheiten selbst. Zu nennen sind Laufübungen zum Körper-, Bewegungs-, Umgebungs-, Spannungs- und Gemeinschaftserleben, welche ermöglichen, Interessen und (potentielle) Fähigkeiten vielfältig aufzugreifen und weiterzuentwickeln.

Alles in allem trägt Laufen wesentlich zur körperlich-seelischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen bei – präventiv, therapeutisch und rehabilitativ. Und: Es macht auch noch Spaß. Gründe genug, die es nicht nur bedenkens-, sondern auch empfehlenswert machen.

 

Übersichtsliteratur

Bartmann, U. – Hrsg. – (2007): Fortschritte in der Lauftherapie, Bd. 1. Schwerpunktthema: Lauftherapie bei Kindern und Jugendlichen. Tübingen 2007

Eisert, H.-G. (1988): Dauerlauf im Rahmen kinder- und jugendpsychiatrischer Behandlung. In: Schulke, H.-J. (Hrsg.): Alltagslauf als Aufbruch. Wuppertal, S. 207-220

Koinzer, K. (1997): Gesundheitssport mit Kindern und Jugendlichen. Prävention – Therapie – Rehabilitation. Heidelberg, Leipzig

Schüler, W. W. (1996): Lauftherapie bei verhaltensauffälligen Kindern und Jugendlichen. Begründungen – Bausteine – Konzeptentwurf. Oberhaching

Schüler, W. W. (1998): Lauftherapie mit Kindern und Jugendlichen. Plädoyer für ein offenes Praxiskonzept. In: DLZ-Rundschau, Ausg. 20, S. 2-8

Schüler, W. W. (1999): Zur lauftherapeutischen Beeinflussung von Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen – aufgezeigt an US-amerikanischen Untersuchungen. In: Weber, A. (Hrsg.): Hilf dir selbst: Laufe! Paderborn, S. 264-274

Schüler, W. W. (2006): Lauftherapie im Vorschulalter. Versuch einer Positionsbestimmung. In: Bonnemann, A, Grell, J. & Richter, K. (Hrsg.): Laufen und Lauftherapie. Ein Lesebuch. Regensburg. S. 70-82

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